Cella

CELLA – CITYLAB LEER

Vom Leerraum zum Möglichkeitsraum.

Ein leerstehender Gewölbekeller wird zum neuen Arbeits-, Lern- und Experimentierraum für junge Stadtgestalter.

Gemeinsam mit den Kids der Raumwandler AG entstanden die „Leerlinge“ – ein modulares System aus Holz und Textil, das sich den unterschiedlichen Nutzungen des historischen Gewölbes anpasst. Arbeitsplätze, Treffpunkte, Rückzugsorte und Präsentationsflächen lassen sich immer wieder neu kombinieren.

Die Cella versteht sich dabei nicht als fertiger Raum, sondern als CityLab zwischen Schule und Stadt. Gemeinsam mit der Werbegemeinschaft Leer sollen von hier aus künftig Ideen und Projekte entstehen, die ihren Weg aus dem Keller in den öffentlichen Raum finden.

Die Cella ist fertig. Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt.

Das Projekt wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Stiftung-P.

Wer sehen möchte, wie die Cella und ihre Leerlinge entstanden sind:

▶ Cella & die Leerlinge – Projektfilm

Lalisch

Lalisch – ein Ort des Erinnerns und der Hoffnung

Die Anfrage, eine ezidische Gedenk- und Begegnungsstätte im Osnabrücker Land zu planen, bildet den Ausgangspunkt dieser Machbarkeitsstudie. Der Entwurf verbindet die besondere Bedeutung des Lalisch mit einer Architektur, die Schutz, Gemeinschaft und Zuversicht räumlich erfahrbar macht.

Im Zentrum steht der sakrale Baukörper mit seinen charakteristischen Kegeldächern. Eine Allee aus zwölf Kirschbäumen führt vom Forum zum Lalisch. Der umlaufende, nach außen geschlossene Kreuzgang fasst die Anlage zu einem geschützten Hof und bietet Raum für Erinnerung, Ausstellungen und stille Begegnungen.

Das Forum, ein großer Veranstaltungssaal und eine Betriebsleiterwohnung ergänzen die Gedenkstätte. So entsteht ein Ensemble, das religiöses und kulturelles Leben ebenso ermöglicht wie Austausch und gemeinsames Feiern.

Beiger Naturstein mit farblich abgestimmten Fugen verleiht der Architektur Ruhe und Zusammenhalt. Eingebettet in die Wiesen- und Waldlandschaft des Osnabrücker Landes soll ein Ort entstehen, der ezidische Identität sichtbar macht und kommenden Generationen Perspektive gibt.

Die Studie untersucht das räumliche Konzept und die Proportionen der Anlage. Der konkrete Standort ist noch offen.

Kifo · Suryoyto

Kifo ist ein bewegliches Zeichen für aramäische Identität, Erinnerung und Verbundenheit. Als tragbares Mahnmal verbindet das handgefertigte Schmuckstück persönliche Geschichten mit einer weltweit verstreuten Gemeinschaft.

Für das Projekt entwickelten wir den digitalen Auftritt mit Onlineshop und interaktiver Weltkarte. Dort können sich die Trägerinnen und Träger des Kifo mit ihrer Herkunft, Biografie und Familiengeschichte verorten. So wächst aus einem persönlichen Zeichen ein sichtbares, weltweites Netzwerk gelebter Erinnerung.

Die Erlöse des Projekts unterstützen die Arbeit der Nisibin Stiftung.

Mehr über Kifo · Suryoyto und den Onlineshop erfahren
Die interaktive Kifo-Weltkarte entdecken

Haus Y

Haus Y – Yakisugi in Ostfriesland

Haus Y ist der Entwurf eines Wohnhauses in Leer, der aus unserer besonderen Zuneigung zu Yakisugi und dem Wunsch entstanden ist, dieses aus Japan stammende Material in die ostfriesische Landschaft zu übersetzen.

Durch das kontrollierte Verkohlen erhält das Holz eine tiefschwarze, beinahe mineralische Oberfläche. Das Feuer zeichnet jede einzelne Diele und verleiht der Fassade Tiefe, Struktur und eine lebendige Unregelmäßigkeit. Je nach Tageszeit und Witterung erscheint sie samtig-matt, silbrig glänzend oder nahezu vollkommen schwarz.

Gerade in Ostfriesland entfaltet Yakisugi für uns eine besondere Kraft. Wind, Regen und das stetig wechselnde Licht werden nicht als Gegenspieler, sondern als Teil der Architektur verstanden. Das Material darf altern, Spuren aufnehmen und mit seiner Umgebung eine immer stärkere Verbindung eingehen. Seine dunkle Erscheinung bildet dabei einen spannungsvollen Dialog mit dem weiten Himmel und dem satten Grün der Landschaft.

Der Entwurf von Haus Y wird von einer klaren, langgestreckten Kubatur bestimmt, die vollständig von der schwarzen Holzfassade umschlossen wird. Großzügige Verglasungen öffnen die gemeinschaftlichen Bereiche im Erdgeschoss zum Garten. Eine vorgelagerte Pergola vermittelt zwischen Innenraum, silbergrau verwitterter Holzterrasse und Pool.

Im Obergeschoss schaffen ein eingeschnittenes Patio und ein eigener Saunabereich geschützte Rückzugsorte. Perforierte Fassadenfelder filtern Licht und Einblicke, ohne die Geschlossenheit des Baukörpers aufzugeben. Ergänzt wird das Haus durch einen spielerischen Kletterparcours aus abstrahierten Giebelrahmen, der direkt mit den Kinderzimmern verbunden ist und den Garten zu einem Teil des familiären Alltags macht.

Haus Y verbindet japanische Handwerkstradition mit der Klarheit norddeutscher Architektur. Der Entwurf ist Ausdruck unserer Überzeugung, dass ein starkes Material nicht makellos bleiben muss. Es darf sich verändern, auf seine Umgebung reagieren und mit der Zeit an Charakter gewinnen.

Auch wenn Haus Y in dieser Form voraussichtlich nicht realisiert wird, bleibt es für uns ein Entwurf, an den wir glauben. Vielleicht findet sich ein anderer Ort – und jemand, der unsere Begeisterung für dieses Haus, seine räumliche Idee und die besondere Kraft einer Yakisugi-Fassade teilt und es gemeinsam mit uns weiterdenken und bauen möchte.

GSW Borkum

Vier Häuser im Inselgrün – Arealentwicklung auf Borkum

Auf einem von Bäumen und Gehölzen geprägten Grundstück auf Borkum entwickeln wir ein Ensemble aus vier eigenständigen Baukörpern. Ihre Anordnung greift die lockere Bebauung der Umgebung auf und schafft ein Zusammenspiel aus Architektur, privaten Freiräumen und verbindenden Wegen.

Monolithische Klinkerfassaden geben den Häusern eine ruhige, kraftvolle Präsenz. Präzise gesetzte Fenster- und Türöffnungen gliedern die Volumen; tiefe Laibungen verleihen den Fassaden Plastizität und lassen das wechselnde Insellicht sichtbar werden. Der Klinker nimmt Bezug auf die norddeutsche Bautradition und übersetzt sie in eine zeitgenössische Architektursprache.

Schmale Zugänge verbinden die Straße mit den Häusern. Den Wohnbereichen vorgelagerte Terrassen schaffen geschützte Aufenthaltsorte im Grünen. Die vorhandene Vegetation bildet den landschaftlichen Rahmen und prägt die Übergänge zwischen den einzelnen Gebäuden.

Der Entwurf verbindet die Eigenständigkeit jedes Hauses mit der gemeinsamen Identität des Areals – eingebettet in die besondere Atmosphäre der Insel.

HARD NOISE

HARD.NOISE — Räume für Begegnung.

Was braucht ein Festival, damit aus einer Fläche ein Ort wird?

Für das Hard.Noise Festival auf Burg Stickhausen begleiten wir die räumliche und genehmigungsrechtliche Entwicklung eines jungen Festivals, das elektronische Musik, Menschen und einen außergewöhnlichen Ort zusammenbringt.

Unsere Arbeit beginnt dabei nicht bei der Bühne und endet nicht beim Bauantrag. Wir betrachten das Festival als temporäre Architektur: Wie kommen Menschen an? Wo begegnen sie sich? Wie bewegen sie sich durch das Gelände? Wo entstehen Intensität, Orientierung und Rückzug? Und wie lassen sich Atmosphäre, Sicherheit, Logistik und die Anforderungen der Behörden zu einem schlüssigen Ganzen verbinden?

Gemeinsam mit dem Team von Hard.Noise entwickeln wir dafür den räumlichen Masterplan – von Bühnen und Besucherflächen über Gastronomie, Backstage und Infrastruktur bis zu Besucherströmen, Rettungswegen und der Abstimmung mit den beteiligten Stellen.

Dabei fasziniert uns besonders die Verbindung mit der Burg Stickhausen. Ein historischer Ort wird für einen kurzen Moment neu gelesen. Bestand und Landschaft treffen auf Licht, Musik und temporäre Strukturen. Architektur entsteht hier nicht für Jahrzehnte, sondern manchmal nur für einen Tag – und kann trotzdem einen Ort nachhaltig im Gedächtnis verankern.

Vier Freunde. Ein Traum. Und eine Idee, die weiterwächst.

Aus der Zusammenarbeit ist inzwischen mehr geworden als ein einzelnes Projekt. Hard.Noise und #begic architect verbindet die Freude daran, Dinge auszuprobieren, größer zu denken und vermeintlich ungewöhnliche Ideen räumlich möglich zu machen.

Deshalb richtet sich der Blick bereits auf Hard.Noise 2027.

Das Festival soll weiter wachsen, neue Flächen erschließen und namhafte Künstler nach Ostfriesland bringen. Für uns bedeutet das nicht einfach: mehr Bühne, mehr Technik, mehr Menschen. Wachstum stellt die interessantere Frage:

Wie wird aus einem größeren Festival ein besserer Ort?

Wir wollen Räume schaffen, die Menschen zusammenbringen. Räume mit Identität. Räume, die funktionieren und gleichzeitig überraschen. Orte, an denen für einige Stunden etwas entsteht, das vorher nicht da war – und danach als gemeinsame Erinnerung bleibt.

Denn wir verstehen Architektur nicht allein als Gebäude.

Architektur beginnt dort, wo Menschen aufeinandertreffen.

Hard.Noise 2027 ist deshalb für uns vor allem eines:

Vorfreude auf das, was wir gemeinsam noch vorhaben.

Haus K

Haus K – Schwarze Hülle, lebendiges Zuhause

In einer Baulücke in Leer, Ostfriesland, entsteht mit Haus K ein Wohnhaus, das japanische Materialkultur mit der Klarheit norddeutscher Architektur verbindet.

Die langgestreckte, zweigeschossige Kubatur wird von einer vollständig in Yakisugi ausgeführten Holzfassade umhüllt. Durch kontrolliertes Verkohlen erhält das Holz seine tiefschwarze, reliefartige Oberfläche. Je nach Licht verändert sich die Wahrnehmung der Fassade: Sie erscheint mal matt und zurückhaltend, mal lebendig und beinahe metallisch. Das warme Licht der Innenräume bildet dazu einen bewussten Kontrast.

Großzügige Verglasungen öffnen die gemeinschaftlichen Bereiche im Erdgeschoss zur Terrasse und zum Garten. Eine leichte Pergolastruktur erweitert den Wohnraum nach außen und vermittelt zwischen Architektur, Landschaft und Pool. Im Obergeschoss schafft das eingeschnittene Patio einen geschützten Außenraum mit Blick in den Garten.

Die Grundrissorganisation folgt dem Alltag der Familie. Offene Wohn-, Koch- und Essbereiche treffen auf klar gegliederte Rückzugsräume. Auf der Gartenseite ergänzt ein hölzerner Fun- und Fitnessbereich das Haus. Der Kletterparcours übersetzt die archetypische Form des Giebelhauses in eine spielerische Struktur aus Rahmen, Plattformen und Hängebrücken. Direkt aus den Kinderzimmern erreichbar, wird er zu einem eigenständigen Erlebnisraum zwischen Haus und Garten.

Haus K versteht Wohnen als Verbindung von Rückzug und Gemeinschaft, Präzision und Sinnlichkeit, Innenraum und Landschaft. Die reduzierte Kubatur schafft den ruhigen Rahmen für ein Haus, das sich erst durch seine Materialien, seine Öffnungen und das Leben seiner Bewohner vollständig entfaltet.

Blauer Tropfen

Architektur wird zur Handlung des Erinnerns.

Der Blaue Tropfen entstand als gemeinsamer Entwurf mit dem Künstler Jan Engels für einen geladenen Wettbewerb zur Errichtung einer neuen Polizeigedenkstätte des Saarlandes.

Gesucht wurde ein Ort des Erinnerns für Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, die im Dienst ihr Leben verloren haben – ein Ort der Würde, der Begegnung und des gemeinsamen Gedenkens.

Unsere Antwort war kein klassisches Denkmal.

Wir wollten einen Ort schaffen, an dem Erinnerung nicht betrachtet, sondern gemeinsam erlebt wird.

Das Ritual beginnt an einer Wasserquelle.

Besucherinnen und Besucher schöpfen Wasser in einen steinernen Kelch und tragen es zur Mitte des Ortes. Mit dem ersten Tropfen, der auf das Klanginstrument fällt, entsteht ein leiser Ton. Für einen kurzen Moment wird aus einer persönlichen Geste ein gemeinsames Innehalten.

Die Architektur folgt diesem Gedanken.

Wie die Wellen eines auftreffenden Wassertropfens entwickeln sich Wege, Sitzlandschaften und Vegetationsflächen zu einer offenen Landschaft des Erinnerns. Stampfbeton, Naturstein, Wasser, Licht und Vegetation bilden einen Ort, der nicht abschließt, sondern einlädt – zum Erinnern, Begegnen und Verweilen.

Über dem Ort schwebt der Blaue Tropfen.

Er ist Lichtobjekt und Symbol zugleich.

Seine Bedeutung endet nicht an den Grenzen dieser Gedenkstätte. Der Blaue Tropfen versteht sich als wiederkehrendes Zeichen einer gemeinsamen Erinnerungskultur. Als leuchtendes Symbol könnte er künftig auch an anderen Orten erscheinen und Menschen an gemeinsamen Gedenktagen miteinander verbinden, ohne den jeweiligen Erinnerungsort zu ersetzen.

Für uns beginnt Architektur dort, wo Räume Beziehungen schaffen.

Zwischen Mensch und Raum.

Zwischen Erinnerung und Hoffnung.

Zwischen einem Ort und einer gemeinsamen Kultur des Erinnerns.

SCHELF

alias DOBBY – Der Schulelf

Wir haben das Glück, junge Menschen in ihrer gestalterischen Entwicklung begleiten zu dürfen.
Doch was die Schülerinnen und Schüler des Ubbo-Emmius-Gymnasiums (UEG) in Leer mit dem Projekt „Schelf“ geschaffen haben, ist mehr als eine Schul-AG:
Es ist ein eigenständiger architektonischer Gedanke – und ein Statement, was Bildung sein kann, wenn man sie ernst nimmt.

Beim bundesweiten Handwerkswettbewerb „MACH WAS!“, organisiert von Würth unter der Schirmherrschaft der Aktion Modernes Handwerk e.V., konnte das Team des UEG mit seinem Beitrag aus über 260 teilnehmenden Schulen den 2. Platz erzielen – ein herausragender Erfolg, besonders für ein Gymnasium ohne handwerklichen Schwerpunkt.

„Schelf alias Dobby, der Schulelf“ ist ein modulares Möbelstück für den Innenraum, konzipiert für die Schulbibliothek. Es bietet Schülern einen Ort zum Lernen, Denken, Zurückziehen – und kann gleichzeitig jeden anderen Raum der Schule verwandeln.
Der Name ist dabei kein Zufall: Die Schüler tauften ihr Möbel „Dobby“, in Anlehnung an den Hauself aus der Harry-Potter-Welt – einen stillen Diener, der Räume nicht dominiert, sondern verzaubert.
Dobby hilft, ohne sich in den Vordergrund zu stellen.

Gemeinsam mit der Möbelmanufaktur Meyer aus Westoverledingen wurde das Konzept handwerklich umgesetzt.
Die Schüler durchliefen alle Phasen eines realen Gestaltungsprozesses: Ideenentwicklung, Modellbau, Materialauswahl, Bauplanung – und schließlich die Umsetzung mit Holz, Werkzeugen und Teamgeist.

Am 27. Juni fand die Preisverleihung in der Firmenzentrale von Würth in Künzelsau statt. Doch jenseits von Bühne, Pokal und Konzert bleibt das Wesentliche: Dass junge Menschen erfahren durften, wie es ist, einen Raum mit Sinn zu erfüllen. Dass sie spüren konnten, wie stark die Verbindung zwischen Denken und Machen wirklich ist.
Als Architekt glaube ich: Gestaltung ist eine pädagogische Kraft.
Wenn wir Schülern zutrauen, Räume selbst zu denken, geben wir ihnen mehr als nur technische Fähigkeiten – wir geben ihnen Haltung.

HAILOOO

Wo Erinnerung zu Licht wird
Interview mit Eva Straub, Chefredakteurin der Naturstein

Architekt Sükrü Begic will mit seinem Pilotprojekt »hailooo« Friedhöfe um lichtdurchflutete
Räume erweitern, in denen individuelle und gemeinsame Formen des
Gedenkens neu erlebbar werden. Im Interview erklärt er das Konzept.

Naturstein: Herr Begic, wie entstand die Idee zu hailooo?
Sükrü Begic: Meine Auseinandersetzung mit Bestattungsräumen begann schon im Studium.
Ich untersuchte, wie Kulturen den Tod räumlich gestalten, und entwickelte Entwurfsbausteine für die Phasen der Trauer. Das Motiv des Fensters – der Blick in eine andere Welt – hat mich seitdem begleitet. Seit zwei Jahren arbeite ich daran, diese Idee zu materialisieren: ein Licht-Raum, in dem jedes Glasdreieck das Erinnerungslicht eines Menschen trägt. Die Entwicklung der Gesellschaft und der Gesetze sowie Gespräche mit Experten der Bestattungskultur haben mir bestätigt, dass es Bedarf gibt.

Was unterscheidet »hailooo« von klassischen Kolumbarien?
Kolumbarien sind funktional, aber emotional oft leer. »hailooo« schafft einen Raum, der tröstet: ein begehbares Lichtfeld aus hunderten farbigen Glasdreiecken, die von Hinterbliebenen gestiftet werden. Architektur, Ritual und Erinnerung greifen ineinander – gemeinschaftlich und dennoch individuell.

Warum spielen Glas und Licht eine so zentrale Rolle?
Glas kann Asche tragen, ohne sie zu verbergen. Im Licht beginnt das Erinnerungsstück zu strahlen – fast, als leuchte die Seele weiter. Dies schafft eine Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, die Religionen und Kulturen gleichermaßen anspricht.

Welche Rolle könnten Steinmetze bei »hailooo« übernehmen?
»hailooo« soll die Grabmalkultur nicht ersetzen, sondern erweitern. Steinmetze können die Module in bestehende Strukturen integrieren – etwa über Sockel, Rahmungen oder ornamentale Elemente – oder Glas und Stein zu neuen hybriden Erinnerungsobjekten kombinieren.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Umsetzung?
Friedhöfe sind sensible Orte. Vertreter von Städten, Kirchengemeinden und der Denkmalpflege müssen überzeugt werden, dass »hailooo« sowohl gestalterisch als auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Gleichzeitig eröffnen gesetzliche Neuerungen, etwa liberalere Bestattungsgesetze, neue Freiräume für zeitgemäße Erinnerungsformen.

Welche Bedürfnisse der Hinterbliebenen adressiert »hailooo« konkret?
Die Module lassen sich personalisieren, digital verbinden und schaffen einen Ort, der emotional zugänglich ist. Viele Menschen wünschen keine Anonymität mehr – sie suchen Licht, Bedeutung und Gemeinschaft.

Wie geht es weiter?
Wir suchen nach aktiven Partnern, die mit uns ein Pilotprojekt realisieren wollen. Danach möchten wir das System skalieren – modular, nachhaltig und in enger Zusammenarbeit mit Handwerk, Kirchen und Städten.