Cella

CELLA – CITYLAB LEER

Vom Leerraum zum Möglichkeitsraum.

Ein leerstehender Gewölbekeller wird zum neuen Arbeits-, Lern- und Experimentierraum für junge Stadtgestalter.

Gemeinsam mit den Kids der Raumwandler AG entstanden die „Leerlinge“ – ein modulares System aus Holz und Textil, das sich den unterschiedlichen Nutzungen des historischen Gewölbes anpasst. Arbeitsplätze, Treffpunkte, Rückzugsorte und Präsentationsflächen lassen sich immer wieder neu kombinieren.

Die Cella versteht sich dabei nicht als fertiger Raum, sondern als CityLab zwischen Schule und Stadt. Gemeinsam mit der Werbegemeinschaft Leer sollen von hier aus künftig Ideen und Projekte entstehen, die ihren Weg aus dem Keller in den öffentlichen Raum finden.

Die Cella ist fertig. Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt.

Das Projekt wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Stiftung-P.

Wer sehen möchte, wie die Cella und ihre Leerlinge entstanden sind:

▶ Cella & die Leerlinge – Projektfilm

Kifo · Suryoyto

Kifo ist ein bewegliches Zeichen für aramäische Identität, Erinnerung und Verbundenheit. Als tragbares Mahnmal verbindet das handgefertigte Schmuckstück persönliche Geschichten mit einer weltweit verstreuten Gemeinschaft.

Für das Projekt entwickelten wir den digitalen Auftritt mit Onlineshop und interaktiver Weltkarte. Dort können sich die Trägerinnen und Träger des Kifo mit ihrer Herkunft, Biografie und Familiengeschichte verorten. So wächst aus einem persönlichen Zeichen ein sichtbares, weltweites Netzwerk gelebter Erinnerung.

Die Erlöse des Projekts unterstützen die Arbeit der Nisibin Stiftung.

Mehr über Kifo · Suryoyto und den Onlineshop erfahren
Die interaktive Kifo-Weltkarte entdecken

HARD NOISE

HARD.NOISE — Räume für Begegnung.

Was braucht ein Festival, damit aus einer Fläche ein Ort wird?

Für das Hard.Noise Festival auf Burg Stickhausen begleiten wir die räumliche und genehmigungsrechtliche Entwicklung eines jungen Festivals, das elektronische Musik, Menschen und einen außergewöhnlichen Ort zusammenbringt.

Unsere Arbeit beginnt dabei nicht bei der Bühne und endet nicht beim Bauantrag. Wir betrachten das Festival als temporäre Architektur: Wie kommen Menschen an? Wo begegnen sie sich? Wie bewegen sie sich durch das Gelände? Wo entstehen Intensität, Orientierung und Rückzug? Und wie lassen sich Atmosphäre, Sicherheit, Logistik und die Anforderungen der Behörden zu einem schlüssigen Ganzen verbinden?

Gemeinsam mit dem Team von Hard.Noise entwickeln wir dafür den räumlichen Masterplan – von Bühnen und Besucherflächen über Gastronomie, Backstage und Infrastruktur bis zu Besucherströmen, Rettungswegen und der Abstimmung mit den beteiligten Stellen.

Dabei fasziniert uns besonders die Verbindung mit der Burg Stickhausen. Ein historischer Ort wird für einen kurzen Moment neu gelesen. Bestand und Landschaft treffen auf Licht, Musik und temporäre Strukturen. Architektur entsteht hier nicht für Jahrzehnte, sondern manchmal nur für einen Tag – und kann trotzdem einen Ort nachhaltig im Gedächtnis verankern.

Vier Freunde. Ein Traum. Und eine Idee, die weiterwächst.

Aus der Zusammenarbeit ist inzwischen mehr geworden als ein einzelnes Projekt. Hard.Noise und #begic architect verbindet die Freude daran, Dinge auszuprobieren, größer zu denken und vermeintlich ungewöhnliche Ideen räumlich möglich zu machen.

Deshalb richtet sich der Blick bereits auf Hard.Noise 2027.

Das Festival soll weiter wachsen, neue Flächen erschließen und namhafte Künstler nach Ostfriesland bringen. Für uns bedeutet das nicht einfach: mehr Bühne, mehr Technik, mehr Menschen. Wachstum stellt die interessantere Frage:

Wie wird aus einem größeren Festival ein besserer Ort?

Wir wollen Räume schaffen, die Menschen zusammenbringen. Räume mit Identität. Räume, die funktionieren und gleichzeitig überraschen. Orte, an denen für einige Stunden etwas entsteht, das vorher nicht da war – und danach als gemeinsame Erinnerung bleibt.

Denn wir verstehen Architektur nicht allein als Gebäude.

Architektur beginnt dort, wo Menschen aufeinandertreffen.

Hard.Noise 2027 ist deshalb für uns vor allem eines:

Vorfreude auf das, was wir gemeinsam noch vorhaben.

Blauer Tropfen

Architektur wird zur Handlung des Erinnerns.

Der Blaue Tropfen entstand als gemeinsamer Entwurf mit dem Künstler Jan Engels für einen geladenen Wettbewerb zur Errichtung einer neuen Polizeigedenkstätte des Saarlandes.

Gesucht wurde ein Ort des Erinnerns für Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, die im Dienst ihr Leben verloren haben – ein Ort der Würde, der Begegnung und des gemeinsamen Gedenkens.

Unsere Antwort war kein klassisches Denkmal.

Wir wollten einen Ort schaffen, an dem Erinnerung nicht betrachtet, sondern gemeinsam erlebt wird.

Das Ritual beginnt an einer Wasserquelle.

Besucherinnen und Besucher schöpfen Wasser in einen steinernen Kelch und tragen es zur Mitte des Ortes. Mit dem ersten Tropfen, der auf das Klanginstrument fällt, entsteht ein leiser Ton. Für einen kurzen Moment wird aus einer persönlichen Geste ein gemeinsames Innehalten.

Die Architektur folgt diesem Gedanken.

Wie die Wellen eines auftreffenden Wassertropfens entwickeln sich Wege, Sitzlandschaften und Vegetationsflächen zu einer offenen Landschaft des Erinnerns. Stampfbeton, Naturstein, Wasser, Licht und Vegetation bilden einen Ort, der nicht abschließt, sondern einlädt – zum Erinnern, Begegnen und Verweilen.

Über dem Ort schwebt der Blaue Tropfen.

Er ist Lichtobjekt und Symbol zugleich.

Seine Bedeutung endet nicht an den Grenzen dieser Gedenkstätte. Der Blaue Tropfen versteht sich als wiederkehrendes Zeichen einer gemeinsamen Erinnerungskultur. Als leuchtendes Symbol könnte er künftig auch an anderen Orten erscheinen und Menschen an gemeinsamen Gedenktagen miteinander verbinden, ohne den jeweiligen Erinnerungsort zu ersetzen.

Für uns beginnt Architektur dort, wo Räume Beziehungen schaffen.

Zwischen Mensch und Raum.

Zwischen Erinnerung und Hoffnung.

Zwischen einem Ort und einer gemeinsamen Kultur des Erinnerns.

SCHELF

alias DOBBY – Der Schulelf

Wir haben das Glück, junge Menschen in ihrer gestalterischen Entwicklung begleiten zu dürfen.
Doch was die Schülerinnen und Schüler des Ubbo-Emmius-Gymnasiums (UEG) in Leer mit dem Projekt „Schelf“ geschaffen haben, ist mehr als eine Schul-AG:
Es ist ein eigenständiger architektonischer Gedanke – und ein Statement, was Bildung sein kann, wenn man sie ernst nimmt.

Beim bundesweiten Handwerkswettbewerb „MACH WAS!“, organisiert von Würth unter der Schirmherrschaft der Aktion Modernes Handwerk e.V., konnte das Team des UEG mit seinem Beitrag aus über 260 teilnehmenden Schulen den 2. Platz erzielen – ein herausragender Erfolg, besonders für ein Gymnasium ohne handwerklichen Schwerpunkt.

„Schelf alias Dobby, der Schulelf“ ist ein modulares Möbelstück für den Innenraum, konzipiert für die Schulbibliothek. Es bietet Schülern einen Ort zum Lernen, Denken, Zurückziehen – und kann gleichzeitig jeden anderen Raum der Schule verwandeln.
Der Name ist dabei kein Zufall: Die Schüler tauften ihr Möbel „Dobby“, in Anlehnung an den Hauself aus der Harry-Potter-Welt – einen stillen Diener, der Räume nicht dominiert, sondern verzaubert.
Dobby hilft, ohne sich in den Vordergrund zu stellen.

Gemeinsam mit der Möbelmanufaktur Meyer aus Westoverledingen wurde das Konzept handwerklich umgesetzt.
Die Schüler durchliefen alle Phasen eines realen Gestaltungsprozesses: Ideenentwicklung, Modellbau, Materialauswahl, Bauplanung – und schließlich die Umsetzung mit Holz, Werkzeugen und Teamgeist.

Am 27. Juni fand die Preisverleihung in der Firmenzentrale von Würth in Künzelsau statt. Doch jenseits von Bühne, Pokal und Konzert bleibt das Wesentliche: Dass junge Menschen erfahren durften, wie es ist, einen Raum mit Sinn zu erfüllen. Dass sie spüren konnten, wie stark die Verbindung zwischen Denken und Machen wirklich ist.
Als Architekt glaube ich: Gestaltung ist eine pädagogische Kraft.
Wenn wir Schülern zutrauen, Räume selbst zu denken, geben wir ihnen mehr als nur technische Fähigkeiten – wir geben ihnen Haltung.

HUBBO

„HUBBOS – Schüler gestalten Zukunft“
Artikel von Mena Siemens, 10. Klasse, Hubbonautin

Das Ubbo-Emmius-Gymnasium hat mit seinem Vorbildprojekt „HUBBOS“ (Hütten vom Ubbo-Emmius-Gymnasium) den zweiten Platz im bundesweiten Wettbewerb „MACH WAS!“ der Firma Würth belegt. Damit gewannen die Jugendlichen nicht nur Eintrittskarten für das jährlich stattfindende Konzert auf dem Firmengelände von Würth mit Künstlern wie Nico Santos, Leony und Lena Meyer-Landrut, sondern erhielten auch große Anerkennung von der Architektenkammer Niedersachsen und Bremen sowie den Initiativen „ArchitekturZeit“ und „Architektur macht Schule“.

„Für die Schulgemeinschaft hat die Architektur-AG einen bedeutenden Beitrag geleistet: Es ist ein neuer, kreativer und architektonisch ansprechender Lebens- und Lernraum für unsere Schülerinnen und Schüler entstanden.“ – Ute Wieligmann, Schulleiterin des UEG

Die HUBBOS sind nachhaltige Raummodule, die von den Schüler: innen der AG für die Öffentlichkeit entworfen und getestet wurden. Die Hütten bieten auf dem Schulgelände unter anderem Schutz vor Witterung, Raum für eine kreative Lern- und Pausenlandschaft sowie eine Fläche für den Verkauf von Essen und Getränken.

Die Schüler: innen haben die HUBBOS so konzipiert, dass sie auch im öffentlichen Raum eingesetzt werden können, beispielsweise als Haltestellen, Sitzmöglichkeiten im Park, Infostände oder Verkaufsstände. Zudem wollen die Jugendlichen ihr Projekt in Zukunft weiter ausbauen, sodass die HUBBOS auch privat verkauft und genutzt werden können, beispielsweise als Gartenhütten oder Tiny Houses. Den HUBBOS sind keine Grenzen gesetzt. Wenn Sie Interesse oder Fragen bezüglich der HUBBOS haben, wenden Sie sich gerne an uns oder direkt an die Schule.

„Mit den HUBBOS haben wir eine Grundlage gelegt, die wir in Zukunft noch erweitern wollen. Unser Ziel ist es diese innovativen Module auch in anderen Bereichen zu nutzen.“ Mena Siemens, Mitglied der Architektur-AG  

Das Projekt HUBBOS entstand durch die enge Zusammenarbeit zwischen den Schüler: innen des Ubbo-Emmius-Gymnasiums und verschiedenen lokalen Partnern. Lebenshilfe Leer, Terfehr+Kröger, das Bauunternehmen Jakob Schönemann und der Malerbetrieb Hülsebus haben ihr Fachwissen und ihre Unterstützung eingebracht, um die Vision der Schüler: innen zu verwirklichen. Diese Kooperationen haben nicht nur das technische Know-how, sondern auch wertvolle Praxiserfahrungen für die jungen Architekten ermöglicht.

Finanzielle Unterstützung kam vom Landkreis Leer sowie vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung, was das Projekt erst realisierbar machte. Jede Phase des Projekts wurde sorgfältig dokumentiert: Die Werbeagentur „Hafenbude“ begleitete den gesamten Prozess und schuf daraus eine beeindruckende filmische Dokumentation, die die Leidenschaft und das Engagement der Beteiligten zeigt.

„Die junge Generation soll auch in Zukunft mehr für die gebaute Umwelt und ihre Potenziale sensibilisiert werden. Die HUBBOS waren dafür ein großes Vorbildprojekt.“ – Sükrü Begic, Leiter der Architektur-AG

Raumwandler

Der Raumwandler lebt!

… und steht für ein zirkuläres Denken und Handeln. Er lebt nicht vom Konsum neuer, sondern bestehender Ressourcen. Es werden keine Kosten für Material verursacht, da alles recycelt oder temporär genutzt wird. Er kann wachsen oder sich völlig reversibel in seine Einzelteile zerlegen. Der Raumwandler ist nicht nur modular und mobil, sondern auch inklusiv gebaut. Alle Menschen, mit und ohne Behinderungen, können spielerisch an dem lebhaften Wandel teilhaben.

Ein Projekt unserer ehrenamtlich betreuten Architektur AG am Ubbo-Emmius-Gymnasium in Leer. Hier wurde die Dachterrasse in eine reversible Pausenlandschaft transformiert. Ohne ein finanzielles Budget wurde nur mit recycelten Materialien gearbeitet.

Architektur Slam

„Mitte September wurde in Oldenburg geslamt. Zwei Architekten und eine Berufseinsteigerin trauten sich mit ihren Texten auf die Bühne. Dabei gab es sehr persönliche Einblicke in sehr unterschiedliche Werdegänge. Cora Möller aus Oldenburg ließ ihr Studium und ihren Berufsstart Revue passieren und scheute sich nicht, auch ihr Zweifeln und die dunklen Seiten auszuleuchten.
Sükrü Begic, der bei der abschließenden Abstimmung den größten Applaus erhielt, schaute zurück auf die Flucht mit der Familie aus der Osttürkei, sein Architekturstudium in Hannover, den alltäglichen Rassismus und die Herausforderungen bei der Gründung seines Büros in Leer. Ein toller Text, der diesen Abend verdient gewann.

Für einen weiteren unterhaltsamen Beitrag sorgte Dirk Böttger mit seinem Song „Trusted Architect“ samt Video. Eingerahmt wurde das Programm von einem Slam des Kammerpräsidenten, Robert Marlow, der einen Text seiner Tochter Lucy zur Rolle des Berufsstandes bei der Bekämpfung des Klimawandels vortrug und den zwei professionellen Slams von Annika Blanke aus Oldenurg.“

DBZ 10.2022 Bremen.Niedersachsen S.30
Fotos (Lars Menz, AKNDS): Sükrü Begic, Robert Marlow, Annika Blanke, Cora Möller und Dirk Böttger (v.l.n.r.)

Von Räumen und Zahnärzten

Während wir im Westen aktuell so tun als Recycling was völlig Neues im Einklang mit dem Bauen, haben unsere Freunde aus Japan seit Jahrhunderten die Vergänglichkeit der Materialien erkannt und auch im Bauprozess angewandt.

Die Fassade vom „Haisha“,  benannt nach seinem früheren Bewohner, einem „Zahnarzt“, ist nur eines von vielen Beispielprojekten was wir 2010 auf der Insel Naoshima im Stadtteil Honmura besichtigen durften.
Das Haus zählt zu dem Art House Project, das leerstehende Häuser in Kunstwerke verwandelt.
Die Gebäude stehen meist in Wohngebieten und werden durch Ihre Geschichten und Erinnerungen an die Zeit und in die Zeit eingewebt.
So entstehen vielfältige interessante Orte der Begegnungen des täglichen Lebens zwischen Inselbewohnern und -besuchern.

Es wäre vielleicht auch sinnvoll bei uns den Fokus von Raum als „Handelsware“ auf „Menschen“ und ihre Aktivitäten in einer Zone des täglichen Lebens zu verlagern.  
Wachstum wird dann zu einem wirklich organischen Projekt, das sich Tag für Tag verändert, wenn nicht nur die Materialien nachhaltig reflektiert werden, sondern auch die Menschen und ihre Handlungsräume.

Den „Zahn“, wir bauen jetzt einfach alles in nachhaltigen Materialien und dann wird alles gut, den müssen wir uns ganz schnell ziehen…

Podcast I

Im Gespräch mit „Whytespace – Architekten und Ihre Marken“ haben wir Probleme und Möglichkeiten mit unserer Wahrnehmung im Umgang mit dem öffentlichen Raum und der gebauten Umwelt diskutiert.
….und warum Mario Barth was auf den Deckel braucht.

Vielen Dank nochmal für die Einladung. Hat Spaß gemacht!

In der Hoffnung mehr Räume der Begegnung, anstatt Entfremdung zu kreieren.
Für eine gewissenhafte und reflektierte Wahrnehmung des öffentlichen Raumes und der gebauten Umwelt.
Für mehr Gestaltung als Juristik.
Für mehr Miteinander als Gegeneinander.
Für das komplette Podcast-Interview:
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